Trends, Unternehmen der nächsten Generation

Das Recruiting-Dilemma

Nach meine Vortrag über die New world of work am HR Innovation Congress und 2 Tagen mit Inspiration und Gesprächen mit HR Profis bin ich über dieses Interview mit Sven Gabor Janszky im Wirtschaftsblatt gestolpert….

WirtschaftsBlatt: Herr Janszky, die Arbeitswelt im Jahr 2025 wird nichts mehr mit der Welt von heute zu tun haben?

Sven Gabor Janszky: Es wird große Veränderungen geben. In Deutschland werden in den nächsten zehn Jahren 6,5 Millionen Menschen aus dem Arbeitsmarkt verschwinden. Bei einer geringen Arbeitslosigkeit gibt es da eine Lücke-die Optimisten sprechen von zwei Millionen Menschen, die Pessimisten von fünf Millionen. Das führt zu den allermeisten Entwicklungen, die ich in meinem Buch beschreibe. Das passiert in Österreich fünf bis sieben Jahre später, weil die Lücke jetzt noch zum Teil durch starke Zuwanderung aus Osteuropa gefüllt wird. Aber die demografische Entwicklung haben sie genauso.

Worauf müssen sich Unternehmen konkret einstellen?

Die Machtverhältnisse zwischen Unternehmen und Mitarbeitern verändern sich. Im Augenblick sitzen die Unternehmen am längeren Hebel. Sie können sich die Mitarbeiter aussuchen. Das kennen wir so seit 50,60 Jahren. Auf der anderen Seite gibt es die Angst vor Jobverlust, die eine große Grundangst der Menschen ist. Die wird verschwinden über die nächsten Jahre. Sobald sie kündigen, haben sie zehn neue Angebote. Das gibt ein neues Sicherheitsgefühl. Bei jedem halbwegs gut ausgebildeten Menschen wird der Headhunter zweimal in der Woche klingeln. Das droht uns in den allermeisten Branchen. Bis 2025 kommen wir in eine Situation, wo es auf eine Stellenausschreibung keine einzige Bewerbung gibt.

Wo sollten die Unternehmen anfangen, um das abzufedern?

Es gibt nicht die eine Strategie. Die global vernetzten Unternehmen werden sich auf das Anziehen und Abstoßen von Mitarbeitern spezialisieren. In diesen fluiden Unternehmen werden 40 Prozent für zwei, drei Jahre Projektarbeit machen-und sie gehen nicht, weil das Unternehmen sie nicht mehr will, sondern weil sie eine neue Herausforderung suchen. Die bisherigen Strategien zur Bindung kann man also vergessen. Auf der anderen Seite gibt es die Caring Companies in der Provinz, die sich um die Mitarbeiter kümmern müssen, weil sie keine Chance haben, die Projektarbeiter zu gewinnen. Diese organisieren und bezahlen ihren Mitarbeitern und deren sozialem Umfeld einen Großteil der Annehmlichkeiten ihres sozialen Lebens. Das ist ihre einzige Chance, die Mitarbeiter, die sie haben, möglichst lange zu halten. Wir nennen das Corporate Life: Pflegedienste für Angehörige, Kindergärten, unternehmenseigene Einfamilienhäuser.

Das klingt aus heutiger Sicht ziemlich utopisch. Ich weiß. Aber versuchen sie mal 40 Prozent der Mitarbeiter in einem leer gefegten Arbeitsmarkt zu suchen- und das alle drei Jahre. Pro Mitarbeiter kostet das 80.000 bis 100.000 €.Die Hälfte kann ich nehmen, um ein Corporate Life aufzubauen.

Aktuell habe ich eher das Gefühl, dass Unternehmen nicht vor Aktionismus sprühen.

Sie sollten sich von der Personalabteilung nur eine Zahl geben lassen: Wie viele Mitarbeiter gehen in den nächsten zehn Jahren in Pension?

Im Schnitt sind das 25 Prozent. Und was passiert mit meinem Unternehmen, wenn ich dafür keinen adäquaten Ersatz finde? Das ist heute noch nicht so stark zu spüren, aber in zwei Jahren schaut das schon anders aus.

Wie viel Zeit bleibt noch?

Die Entwicklung läuft. Sie ist nicht aufzuhalten. Man kann sich vorbereiten. Auf die Mitarbeiter kommen paradiesische Zustände zu. Paradiesisch deshalb, weil man Bedingungen ein Stück weit diktieren kann. Es gibt nur einen Wermutstropfen. Niedriger qualifizierte Mitarbeiter müssen hoch qualifizierte Jobs machen, die ihr Kompetenzlevel immer ein bisschen übersteigen. Die Folge ist permanente Unzufriedenheit auf beiden Seiten

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