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Neues Arbeiten: Viktoria Frey diskutiert mit HR-Leiterin Helene Rauscher

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Viktoria Frey ist Geschäftsführerin eines Mittelstandsunternehmens und steht vor der Entscheidung, wie sie ihr Unternehmen in Richtung New World of Work entwickeln kann. Hier ein Auszug aus ihrem Gespräch mit der HR-Leiterin Helene Rauscher:

“…Als Viktoria in ihr Büro zurückkehrte, wartete Helene Rauscher, die HR-Leiterin bereits auf sie. Sie war vor kurzem ins Unternehmen gekommen, nachdem der vorherige HR-Leiter in Pension gegangen war. Ihr Lebenslauf war beeindruckend, unter anderem hatte sie bei mehreren Unternehmenstransformationen mitgewirkt. In einigen dieser Fälle ging es um die Einführung neuer Arbeitsformen, wie zum Beispiel Home Working. Für das Unternehmen war sie ein wirklicher Glücksfall, wie sich noch herausstellen sollte. Die Geschäftsführerin sah sie an und war gespannt, wie Frau Rauscher ihre vielen Erfahrungen einbringen würde.Diese startete mit ein paar allgemeinen Zahlen und Fakten zur Mitarbeitersituation. Als sie über die Fluktuation sprachen, fiel ihnen auf, dass die Werte in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen waren. Es waren keine massiven oder sprunghaften Steigerungen, aber ein sanfter negativer Trend war durchaus zu erkennen. Die HR-Leiterin hatte einige Analysen dazu mitgebracht, und gemeinsam betrachteten sie ein Tortendiagramm, das zeigte, dass die Fluktuation offenbar alle Bereiche des Unternehmens in ähnlichem Ausmaß betraf. Einzige Ausnahme war der Produktionsbereich, hier schien die Mitarbeiterzahl relativ konstant zu bleiben.

„Wie schätzen Sie diese Entwicklung ein? Wodurch kam es zu diesem Anstieg an Kündigungen?“, interessierte sich die Geschäftsführerin. „Offen gesagt, ist das schwierig zu beantworten, weil es hier keine klaren Daten und Fakten gibt “, gestand Helene Rauscher, um sofort eine Begründung nachzuschießen. Viktoria verstand, dass es kaum möglich war, mit Mitarbeitern, die das Unternehmen verlassen hatten, erneut Kontakt aufzunehmen, um sie um ihre Meinung zu fragen. „Aber“, fuhr die HR-Leiterin fort, „wir führen bereits seit längerem Exit Talks durch, aus denen wir die eine oder andere Information gewinnen konnten, und so hat sich ein gewisses Bild ergeben.“

Exit Talks. Helene Rauscher brachte durchaus frischen Wind ins Unternehmen, unter anderem durch ihre Anglizismen. „Man merkt, dass du noch nicht lange bei uns bist“, schmunzelte Viktoria in Gedanken und übersetzte den Begriff „Exit Talks“ für sich als „Ausstiegsgespräch“, also ein Gespräch, das die Personalabteilung mit einem Mitarbeiter führt, der das Unternehmen verlassen wird. „Zusammengefasst haben wir aus den Exit-Gesprächen Folgendes gelernt.“ Helene machte eine kleine bedeutungsvolle Pause, bevor sie weitersprach: „Die Mitarbeiter waren besonders unzufrieden darüber, dass die Arbeitsweise im Unternehmen zu starr und unflexibel ist, wie sie das mit eigenen Worten bezeichnet haben, und dass sie keinen Zusammenhang zwischen ihrer Leistung und dem ausgezahlten Gehalt beziehungsweise eventuellen Bonuszahlung gesehen haben.“ Die Worte schienen einen Moment im Raum stehen zu bleiben. Bevor Viktoria das Gesagte hinterfragen konnte, fuhr die HR-Leiterin fort. Die Begriffe „starr“ und „unflexibel“ beinhalteten auf den ersten Blick alles und nichts, wie Helene Rauscher eingestehen musste. Doch im weiteren Verlauf des Gesprächs kritisierten die Mitarbeiter, dass das Unternehmen der Nachfrage nach mobilem Arbeiten nicht nachgekommen war, die Leute wollten vermehrt außerhalb der Firma ihre Arbeit verrichten.

Einzelne Vorgesetzte schienen dies als eine Art „Goodie“ an einzelne Mitarbeiter vergeben zu haben, was die Unzufriedenheit aber offenbar nur noch gesteigert hatte. Einerseits drang durch, dass nur einige wenige diese Vorzüge nutzen durften, während viele andere nicht in den Genuss dieses Privilegs kamen. Andererseits schienen selbst die Begünstigten weiterhin höchst unzufrieden zu sein. Sie sahen es scheinbar als ein grundlegendes Bedürfnis und sogar als ihr Recht an, mobil zu arbeiten, und waren daher richtiggehend verärgert, als man es ihnen als speziellen Vorteil verkaufen wollte. Außerdem verlangten sie vom Unternehmen ein entsprechendes Equipment, und auch der Ruf nach Kostenübernahme durch die Firma wurde laut. „Gib ihnen den kleinen Finger und sie wollen die ganze Hand“, wunderte sich Viktoria und fragte nach, um welche Kosten es sich dabei handle.

„Hauptsächlich die Kosten für den Internetzugang“, antwortete die HR-Leiterin, „allerdings gab es auch Stimmen, die einen Heizkostenzuschuss und sogar einen Teil der Wohnungsmiete erstattet bekommen wollten.“ „Was für eine Unverfrorenheit!“, entfuhr es Viktoria. Doch die Frau Rauscher schien ein gewisses Verständnis für diese Ideen aufzubringen. „Das ist natürlich ein perfektes Thema für den Betriebsrat“, erklärte sie die Brisanz der Lage. „Wenn unsere Mitarbeiter von zu Hause arbeiten, kommt es womöglich zur Diskussion, dass wir unsere Kosten quasi den Mitarbeitern zuschieben. Prinzipiell nutzt der Mitarbeiter zum Beispiel den Internetanschluss zu Hause für rein private Zwecke – sollte sich das ändern, geraten wir eventuell in eine schwierige Situation, wenn wir uns nicht an den Kosten beteiligen. Und genauso verhält es sich mit Miete und Energie.“ Viktoria ärgerte sich trotzdem über diese Forderungen. „Wieso wollen sie unbedingt eine Vermischung von privat und beruflich?“, dachte sie, überlegte kurz und stellte dann genau diese Frage an die HR-Expertin.

Helene Rauscher sah sie an. Das Thema war so groß und so vielschichtig, dass sie überlegen musste, wie sie es der Geschäftsführerin am besten näherbrachte…”

…und wie sie das geschafft hat, ist im Buch “New World of Work – Warum kein Stein auf dem anderen bleibt” weiter zu lesen. Dieses Sachbuch vermittelt in Romanform Praxiserfahrungen von Unternehmen, die den Weg in Richtung New World of Work bereits gegangen sind. Bei Amazon z.B. im Kindle-Format erhältlich:

http://www.amazon.de/New-World-Work-Erfahrungen-WirtschaftsWoche-Sachbuch-ebook/dp/B00II08O20/ref=tmm_kin_swatch_0?_encoding=UTF8&qid=1453989027&sr=8-1

…und natürlich auch als klassische gebundene Ausgabe. – Im Herbst 2016 erscheint dann das nächste Buch zum Thema unter dem Titel “New World of Work Atlas”. Der New World of Work Atlas soll die Frage beantworten: “Welche Firmen machen denn schon New World of Work?”. Aus diesem Grund wird gemeinsam mit Springer Heidelberg eine Sammlung von Erfahrungsberichten von Unternehmen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz im New World of Work Atlas zusammengestellt. Diese Sammlung ist erstaunlich umfassend, vielfältig, und es wird überraschen, welche Firmen bereits über Erfahrungen verfügen.

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