Führung, New World of work

Ist Arbeit ein Ort oder nicht?

„Ich gehe jetzt in die Arbeit“ ist ein Satz, der in der Früh oft gesagt wird wenn man das Haus verlässt. Gerade im Zeitalter der Digitalisierung ist es wirklich spannend, wie lange dieser Satz noch Gültigkeit hat. Wie lange im Begriff „Arbeit“ auch automatisch eine klare Ortsbezeichnung (nämlich die des Firmensitzes/Büros/klar zugeordneten Arbeitsplatzes) mitschwingt. Eine Definitionsänderung wird sehr stark von der Einführung neuer Technologien und Tools vorangetrieben, wonach das „wo“ an Bedeutung verliert.

Doch dann liest man wieder von Yahoo und kürzlich von IBM, einem Vorreiter von mobilen Arbeiten, die Heimarbeitsmöglichkeiten abschaffen und Mitarbeiter wieder zurück an die Unternehmensschreibtische holen. Vielzitiert ist in diesem Zusammenhang eine Harvard-Studie, die zum Ergebnis hat, dass eine physische Nähe von Team-Mitarbeitern besser sei, um innovative Ideen hervorzubringen.

Aber was soll man nun machen? Es gibt keine Pauschalantwort, aber einen Ansatz: Workstyles.

In einer Workstyle-Analyse werden Mitarbeiter anhand der Ausprägung ihrer Arbeitsweisen in Gruppen eingeteilt. Wichtige Kriterien sind dabei Mobilitätsgrade und Tätigkeitsanalyse. Mobilitätgrade umfassen generell die Ausprägungen „fix“, „flexibel“ und „mobil“. Diese bedeuten wieviel der Arbeitszeit die Mitarbeiter “fix“ am eigenen Arbeitsplatz bzw. „flexibel“ an seinem Standort, z.B. in Besprechungen, oder „mobil“ außerhalb ihres Standortes, z.B. in anderen Organisationen oder Kunden verbringen. Ergänzt mit der Analyse der Tätigkeiten, arbeiten die Mitarbeiter alleine oder in Teams bzw. eher konzentriert oder kollaborativ, und technischen Anforderungen ergeben sich Workstyletypen. In diesen dann rein die Tätigkeit der Mitarbeiter ausschlaggebend ist für das Wo und das Wie ihres Arbeitsplatzes.

Workstyles können helfen zu entscheiden, wieviel Prozent der Arbeit ein Ort ist und wieviel nicht. Was hier so leicht dahin gesagt wird, bedarf natürlich großer Änderungen im Verhalten und Mindset von Mitarbeitern wie auch von Führungskräften. Von beiden wird eine große Menge mehr an Selbstverantwortung vorausgesetzt. Diese neue Art der Arbeit wirkt sich auch massiv auf die Meeting-Kultur, Führung und die Organisation aus.

Es wird bei den Unternehmen auf Basis der Workstyles auch bei den hoch mobilen Mitarbeitern immer eine Melange an Anwesenheit und mobilen Arbeiten sein. Anwesenheit mit dem Zweck informelle Kommunikation und Kreativität zwischen den Kollegen zu fördern. Mobiles Arbeiten um dem großen Wunsch der bestmöglichen Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben näher zu kommen.

 

 

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